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Nilkreuzfahrt – Ein unvergessliches Erlebnis

Wenn deutsche Touristen an Ägypten denken, dann vermutlich zuerst an die Pyramiden, Luxor und die bekannten Badeorte wie Hurghada und Scharm El-Scheikh. In jüngster Zeit erfreuen sich aber auch Nilkreuzfahrten zunehmender Beliebtheit. Das hat seinen Grund. Denn während einer Kreuzfahrt auf dem Nil kann man gleich mehrere Attraktionen entlang der Route auf einmal erleben und genießen.

Üblicherweise beginnt die circa 200 Kilometer lange Nilkreuzfahrt auf dem größten Fluss des afrikanischen Kontinents in Luxor und endet knapp eine Woche später in Assuan. Anschließend geht es für viele Touristen gleich weiter nach Hurghada oder Sharm El-Sheikh. Diese Form der Reiseplanung macht Sinn, denn nach der Nilkreuzfahrt mit all ihren kulturellen Erlebnissen und Entdeckungen kann man anschließend den Urlaub mit entspannten Tagen in Ägyptens großen Badeorten fortsetzen und beenden.

Der Nil – kein Fluss wie jeder Andere

Schiff Nil Nilkreuzfahrt

Den Nil auf einer Nilkreuzfahrt entdecken

Die alten Ägypter nannten den Nil schlicht und ergreifend den “Großen Fluss”. Zu ihm beteten die Menschen in der Hoffnung auf Überschwemmungen und damit eine gute Ernte. Den heutigen Namen “Nil” haben wir den Griechen zu verdanken. Als “Alexander der Große” Ägypten eroberte, nannte der den gewaltigen Strom “Neilos”.

Mit über 6700 Kilometern ist der Nil der längste Fluss der Welt, vor dem Amazonas. Er entspringt sowohl im ostafrikanischen Hochland als auch im Südsudan. Der Nil teilt Ägypten in zwei Teile. Zum einen in das Niltal in Oberägypten und das Nildelta in Unterägypten.

Schon seit Urzeiten ist Ägypten in enormem Maße abhängig vom Nil. Wohl und Wehe einer reichen Ernte hängen schon immer vom Wasserstand des Nils und seinen jährlichen Überschwemmungen im Umland ab. Zu wenig Regen mit folglich geringen Wasserpegeln bescherten dem Land schon mehr als einmal gewaltige Missernten und Hungerkatastrophen.

Der Nil war jedoch auch schon immer Hauptverkehrsader. Vieh, Getreide, andere Güter, Soldaten etc. wurden auf Fracht-und Personenschiffen transportiert. Um die unberechenbaren Sandbänke für die Schifffahrt zu entschärfen, wurde der Nil schon recht früh erweitert und sogar durch künstliche Kanäle breiter gemacht. Zudem wurden extra Kanäle in Nähe von Stromschnellen angelegt, um diese besser durchqueren zu können.

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Städte entlang der Nilkreuzfahrt-Route

Die Stadt Luxor am östlichen Nilufer, zu Arabisch “Stadt der Paläste”, ist die größte Stadt und praktisch Zentrum Oberägyptens. Bei Luxor sorgt das Wasser des Nils für einen etwa 5 Kilometer breiten Grünlandstreifen auf beiden Seiten des Flusses. In der Umgebung der Stadt befinden sich einige der wichtigsten archäologischen Stätten.

So ist es nicht verwunderlich, dass der Tourismus für Luxor eine ganz wesentliche Schlüsselrolle einnimmt.

55 Kilometer südlich von Luxor befindet sich die Stadt Esna. Mitten im Stadtzentrum findet man den Tempel des Chnum, dem Gott der Nilquellen, welcher seit jeher hier verehrt wurde. Esna liegt auf dem linken Nilufer, ist über einen recht modernen Staudamm jedoch mit dem rechten Ufer verbunden. Dadurch müssen die Schiffe eine Schleuse durchlaufen, was aufgrund der langen Wartezeiten viele Stunden in Anspruch nehmen kann.

Old Cataract Hotel Assuan

Das Old Cataract Hotel in Assuan

Weiter südlich liegt die Stadt Edfu, die etwa doppelt so groß ist wie Esna. Hier liegt der Horus-Tempel, der zwischen dem dritten und zweiten Jahrhundert vor Christus erbaut wurde. Dieser Tempel ist auch nach so langer Zeit noch in erstaunlich gutem Zustand und beeindruckt besonders durch die zahlreichen Hieroglyphen-Texte an seinen Mauern.

Weiter geht die Fahrt nach Kom Ombo, einer kleinen Stadt, die ebenfalls Heimat mehrerer Tempel ist, u.a. mit fantastischen Reliefs verziert.

Das finale Ziel der Nilkreuzfahrt ist Assuan, jene Stadt, die vor allem durch ihren großen Stausee bekannt ist. Von der mittelalterlichen arabischen Altstadt sind nur noch Reste in schlechtem Zustand erhalten, doch die Stadt kann dennoch mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten aufwarten.

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Sehenswürdigkeiten entlang der Nilkreuzfahrt-Route

Im Großraum Luxor befinden sich bedeutende archäologische Bauwerke der versunkenen ägyptischen Hochkultur.

Luxor Karnak Tempel

Der Karnak-Tempel in Luxor gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe

Eine der weltbekanntesten und mit am meisten von Touristen frequentierten Attraktionen ist das Tal der Könige, in welchem bei bisherigen Ausgrabungen 64 Gräber aus dem 2.Jahrtausend vor Christus gefunden wurden. Eines dieser Gräber ist das des berühmten Tutanchamun, welches 1922 bei Ausgrabungen entdeckt wurde. Touristen können allerdings nur einen kleinen Teil der Gräber besichtigen, da ein beachtlicher Teil des Tals unter Denkmalschutz steht und daher nicht betreten werden darf.

Der Luxor-Tempel ist eine Tempelanlage im heutigen Luxor. Der Tempel war dem Gott Amun und seiner Gemahlin Mut gewidmet. Ramses II. ließ den “Großen Pylon” mit seinen Statuen und Obelisken errichten. Jener Pylon besteht aus zwei dicken hohen Türmen, auf deren Außenseite kriegerische Szenen in versenktem Relief angebracht sind. Wenn man den Hof der Tempelanlage durchschreitet, befindet man sich im sogenannten Säulengang. Hier sind beidseitig große Statuen früherer Pharaonen zu bestaunen.

Eine weitere Sehenswürdigkeit in Luxor, knapp 2 Kilometer nördlich der Stadt, ist der Karnak-Tempel, die größte Tempelanlage in ganz Ägypten. Genau wie der Luxor-Tempel ist auch der Karnak-Tempel Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Besonders hervorzuheben sind der Tempel des “Amun-Re”, der grösste Tempel des gesamten Landes. In der Antike verband eine prächtige Allee von 2,5 Kilometern den Karnak,- mit dem Luxortempel.

Entlang dieser Prachtstraße standen sage und schreibe 365 Sphingen (Einzahl “Sphinx”).

In Assuan befinden sich auf dem linken Ufer des Nils die antiken Gräber von Elephantine und das alte Simeonskloster. Auf der über 120 Meter breiten Kitchener-Insel ist der Botanische Garten der Stadt Assuan zuhause. Die Insel beheimatet zahlreiche tropische und subtropische Pflanzen aus allen Teilen Afrikas und Asiens, welche parkartig angepflanzt wurden. Hierzu zählen Brotfruchtbäume, Mahagonibäume, Muskatnussbäume, Mango-und Feigenbäume, Weinreben und vieles mehr.

Assuan beherbergt auch etliche Museen wie das Assuan-Museum, das in einer im französisch-napoleonischen Kolonialstil errichteten Villa schmuck eingerichtet wurde.

Das Nubische Museum zeigt die Kunst und Geschichte des ehemaligen Nubiens bis in die Gegenwart. So nennt das Museum z.B. 6000 Jahre alte Keramik schalen sein Eigen.

Die koptisch-orthodoxe Erzengel-Michael-Kathedrale steht am Südende der malerischen Uferpromenade und ist kostenlos zu besichtigen.

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Zu welcher Jahreszeit ist eine Nilkreuzfahrt am sinnvollsten?

Nil Fluss Landschaft

Die beste Reisezeit für eine Nilkreuzfahrt ist zwischen Oktober und Mai

Wenn es um die Frage der besten Reisezeit geht, sollte man unterscheiden. Denn neben den reinen Nilkreuzfahrten erfreut sich auch die Kombination aus einer Woche Kreuzfahrt plus eine Woche Badeurlaub in Hurghada und Sharm El-Sheikh immer größerer Beliebtheit.

Generell kann man eine Nilkreuzfahrt ganzjährig in Angriff nehmen, wovon jedoch pauschal abgeraten wird. Denn die Belastung für den menschlichen Körper bei großer Hitze spielt bei der Reiseplanung auch im 21.Jahrhundert noch immer eine elementare Rolle. Daher ist der Hochsommer sicherlich nicht die geeignetste Reisezeit für eine Kreuzfahrt auf Afrikas größtem und breitesten Strom.

Von vielen Experten wird die Zeit von Oktober bis Mai als beste Reiseperiode angegeben. Obwohl es vor allem zwischen Dezember und Februar nachts empfindlich kalt werden kann, sind die Tagestemperaturen sehr angenehm. Ein anschließender Badeurlaub ist allerdings in dieser Zeit nur noch für Hartgesonnene ratsam. In der Zeit von März bis Mai ist diese Kombination schon wieder eher möglich.

Wann immer man sich auch für eine Nilkreuzfahrt entscheidet, tätigen sollte man sie in jedem Fall, denn ein unvergessliches Erlebnis ist fast schon garantiert.

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