Am 11. September 1973 stürzte das chilenische Militär unter der Leitung von General PINOCHET gewaltsam die Regierung SALVADORE ALLENDE (der dabei ums Leben kam) und begann sofort mit einer
erbarmungslosen Menschenjagd. Die DDR-Botschaft in Saniago de Chile hat sofort die diplomatischen Beziehung abgebrochen. Trotzdem verblieb noch eine Restmannschaft, die den ChilenInnen, die in die
Botschaft geflüchtet waren, das Leben rettete, indem sie diese außer Landes in die DDR brachte. Ein prominenter Fall ist die heutige chilenische Präsidentin, MICHELLE BACHELET. Sie floh 1975 aus
ihrer Heimat in die DDR. Ihr Vater wurde als politischer Gegner vom Militär verhaftet und getötet. 1979 kehrte sie nach Chile zurück. Bezeichnend ist , daß zur damaligen Zeit die Tore der
bundesrepublikanischen Botschaft für Verfolgte verschlossen blieb. Ähnliches ereignete sich ab 1976 während der Militär-Diktatur in Argentinien. Nachweislich sind damals über 100 (!) Deutsche
verschwunden. Die deutsche Botschaft in Buenos Aires war aber nicht bereit, Nachforschungen anzustellen. Die Argentinier schickten politische Flüchtlinge nach Chile zurück. ISABEL ALLENDE, die Nichte
des ermordeten Präsidenten, musste Chile 1975 verlassen, da sie auf der "Schwarzen Liste" der Militärs stand. Sie floh ohne Papiere, Geld und Verbindungen alleine nach Venezuela. Ihr Mann kam mit den
beiden Kindern nach. Seit 1986 lebt die Chilenin in Sausalito/Kalifornien. Erst im Exil wurde sie zur berühmten Autorin.