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Der Rheinradweg – Von der Schweiz an die Nordsee

Der Rhein ist mit über 1300 Kilometern einer der längsten und größten Flüsse Europas. Schon seit Jahrtausenden ist der sagenumwobene Fluss beherbergt der Strom eine regelrechte Ansammlung an Legenden und Mythen. Von Millionen Touristen Jahr für Jahr besucht eignet sich der Rhein aber auch für allerlei sportliche Aktivität. Zum Laufen, aber vor allem zum Radfahren. Denn entlang des Rheins gibt es heutzutage zahlreiche und gut ausgebaute Radwege, die durch imposante und abwechslungsreiche Flusstäler führen.

Der Lauf des Rheins

Der Rhein auf dem Weg in Richtung Nordsee

Der Rhein auf dem Weg in Richtung Nordsee

Die sagenumwobene Rheinquelle befindet sich nahe dem Gotthardmassiv in den Alpen der Schweiz. Dort treffen sich mehrere Quellflüsse und bilden den sogenannten “Alpenrhein”. Der Rheinradweg beginnt genau dort und streift an einigen Stellen Österreich und das kleine Liechtenstein, um dann schließlich rund um den Bodensee zu führen. Dieses riesige Binnengewässer wird bei Konstanz wieder zum Fluss namens Rhein und führt kurz dahinter um den größten Wasserfall Europas bei Schaffhausen.

Die Reise des Rheins geht weiter, vorbei an kleinen maleri-schen Städten, immer weiter in Richtung Basel.

Nach dem Durchfließen des Schwarzwaldes und des “Badischen Lands” fließt bei Mannheim der Neckar in den Rhein. Weiter nordwestlich kommt bei Mainz der Main mit dazu. Hinter Koblenz fließt schließlich auch noch die Mosel in den Rhein.

Ab der Region Köln im Rheinland wird der Rhein plötzlich fla-cher und erreicht schließlich die Niederlande, wo er als ver-worrenes System von Teilflüssen am Ende in die Nordsee mündet.

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Von der Quelle bis zum Bodensee

Konstanz am Bodensee

Konstanz am Bodensee

Auf über 2300 Metern Meereshöhe beginnt der Rhein an seiner Quelle seine schillernde Reise durch die Schweiz, Frankreich, Deutschland und die Niederlande. Der bei Andermatt beginnende Rheinradweg, auch EuroVelo15 genannt, begleitet den Rhein auf sage und schreibe 1230 Kilometern, was den Rheinradweg zu einem der längsten Radwege der Welt macht.

Obwohl dieser Startabschnitt durch das Gebirge führt, sind nicht alle Streckenabschnitte gleich und steil. Zunächst geht der Radweg durch den französisch-sprachigen Teil Graubündens, vorbei am sogenannten “Schweizer Grand Canyon” (Ruinaulta, Rheinschlucht), der vor langer Zeit durch ein Naturereignis entstand.

Jene Rheinschlucht erblickte vor 10.000 Jahren in Folge eines massiven Bergsturzes das Licht der Welt. Die imposanten und steilen Kalksteinklippen sind auch mit dem Rad zugänglich.

Etwas südlich des Radweges liegt das Kloster Sankt Gallen, das zweitälteste Kloster in der Schweiz. In der dortigen Bibliothek lagern mehr als 500 Handschriften, die älter als tausend Jahre alt sind.

Die 80.000 Einwohner zählende Stadt Konstanz am Ende dieser ersten Reise-Etappe ist bekannt für ihr französisch anmutendes Flair.

Der historische Ortskern stammt noch aus dem 15.Jahrhundert, als hier sogar eine Papstwahl stattfand.

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Vom Bodensee nach Basel

Die Rheinfall Wasserfälle in Schaffhausen

Die Rheinfall Wasserfälle in Schaffhausen

Auf diesem zweiten Teilabschnitt verlassen Rhein und Rheinradweg die Berge und gelangen in flachere Gefilde. Der Fluss wird ruhiger und durcheilt nur noch hier und da ein paar Stromschnellen. Der Radweg selbst verläuft nun in Richtung Westen durch sanftmütige Hügellandschaften, was die Reise für den Radfahrer äußerst angenehm gestaltet.

Der Rheinfall ist einer der mächtigsten Wasserfälle Europas. Ganze 23 Meter tief stürzen sich die Wassermassen hier mit großer Wucht ins Tal. Hunderttausende Touristen machen den Rheinfall alljährlich zum absoluten Touristenmagnet.

Das Munot Schaffhausen ist eine mitten in Schaffhausen gelegene Festungsanlage, von deren Turmspitze aus man einen fantastisch anmutenden Rundblick auf Altstadt und Rhein genießen kann.

Basel ist allseits bekannt und bildet den Kern des Dreiländerecks zwischen Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Basel ist eine Stadt, die zum Verweilen einlädt, mit engen schmucken Gassen in der Innenstadt und Lokalen entlang des Flusses.

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Durch den Elsass und den Breisgau

Das Deutsche Eck bei Koblenz wo der Rhein auf die Mosel trifft

Das Deutsche Eck bei Koblenz wo der Rhein auf die Mosel trifft

Von der deutsch-französischen Grenze, welche vom Rhein markiert wird, schlängelt sich der Rhein langsam nordwärts durch den Elsass und die Vogesen, Baden-Württemberg und den Schwarzwald. Vorbei an Straßburg geht es weiter nach Karlsruhe. Die Fahrradroute verläuft parallel zum Rhein durch das Rhein-Rhone-Tal und malerische Naturschutzgebiete. Für die Radler ist es eine relativ flache und angenehme Etappe.

Die Dreiländerbrücke liegt in Weil am Rhein genau im Dreiländereck. Sie ist das historische Wahrzeichen der Stadt und Publikumsmagnet. Mit dem Rad kann man von hier aus alle drei Länder erreichen, Deutschland, Frankreich und die Schweiz.

Das Naturschutzzentrum Sauerdelta ist nur 100 Meter vom Rhein entfernt. Das gewaltige Feuchtbiotop ist Heimat von unzähligen Vogelarten, hinzu kommen fast dschungelähnliche Waldgebiete, die in Deutschland sonst eher selten sind.

Das Residenzschloss Rastatt wurde ganz im Stile des Schlosses von Versailles nachgeahmt und besticht in der Tat durch eine große Ähnlichkeit. Der Barockstil ist in den Gebäuden des Schlosses überall präsent, während draußen die Gartenanlagen zum Verweilen einladen.

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Durch die Weinberge nach Bingen

Ein Pfälzer Schlösschen am Rheinufer

Ein Pfälzer Schlösschen am Rheinufer

Auf diesem Abschnitt führt der Rheinradweg durch unglaublich schöne Landstriche, natürlich vor allem im Frühling und Sommer.

Rhein und Radweg werden hier umgeben von mehreren Mittelgebirgszügen wie dem Odenwald, den Vogesen, dem Kraichgau oder dem Pfälzerwald. Die Radtouristen können sich hier darauf freuen, durch anmutige Dörfer und herrliche Weinregionen zu fahren, die das Gefühl vermitteln, in den iberisch-romanischen Gegenden Südeuropas zu sein.

Der Dom zu Speyer ist eine der größten noch intakten Kirchen romanischen Baustils in Europa. Der Dom symbolisiert wie kaum ein Anderer das Kaisertum des Mittelalters. Er wurde 1981 zum UNESCO-Weltkulturerbe erhoben.

Die berühmte Drosselgasse in Rüdesheim kennt fast jedermann. Sie ist zwar nur 144 m lang, doch das dichte Gedränge wird schnell vergessen, dank der eindrucksvollen Atmosphäre, den zahlreichen Weinlokalen und anderen Köstlichkeiten. Vor allem US-Amerikaner und Ostasiaten sind seit einigen Jahren regelrecht vernarrt in diesen Mikrokosmos, der kaum länger ist als ein Fußballfeld.

Die Katharinenkirche Oppenheim ist von einem einzigartigen Kellerlabyrinth durchzogen. Sie gilt außerdem als eines der wichtigsten gotischen Bauwerke in Mitteleuropa.

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Von Bingen nach Köln

Mittelrheinbruecke in Nordrhein-Westfalen

Mittelrheinbruecke in Nordrhein-Westfalen

Von Bingen aus führt der Rheinradweg durch das anmutige Mittelrheintal, eine der ältesten Kulturlandschaften Deutschlands. Zwischen Bingen und Köln liegen beeindruckende 50 Schlösser, Burgen und andere Altertümer. Sie thronen hoch neben dem Rhein auf massivem Felsgestein.

Doch Achtung an alle Radler, keine Panik, denn der Radweg selbst verläuft weiter flach direkt am Rheinufer entlang.

Der Drachenfels ist eine Burg im Siebengebirge und wird von zahlreichen Mythen und Sagen begleitet. Die Ruine ist Publikumsmagnet und bekannt für einen famosen Blick über den Rhein, bis zum Horizont.

Die Marksburg ist eine ganz besondere Burg am Rhein, da sie die Einzige ist, die in den kriegerischen Wirren des Mittelalters nie zerstört wurde. Da sie noch intakt ist, musste sie kaum renoviert werden, was den Besucher ins echte Mittelalter eintauchen lassen kann. So wo die Burg heute aussieht, sah sie auch schon vor Jahrhunderten aus, was bei den meisten Burgen heute nicht mehr der Fall ist.

Die Loreley erhebt sich als Schieferfelsen am rechten Rheinufer. Glaubt man den Mythen und Legenden, dann kämmte sich die Nixe Loreley dort ihre goldenen Haare und lockte die Schiffe mit ihrem betörenden Gesang in die gefährliche Flussströmung, wodurch nicht wenige Schiffe zerschellten.

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Von Köln in die Niederlande

Von der Rheinmetropole aus geht es nun weiter nordwestlich in Richtung Holland. Köln selbst ist natürlich ein Touristenmagnet, vor allem durch den Dom und das Schokoladenmuseum. Köln hat aber noch viel mehr zu bieten, was den Radfahrer zum Einlegen einer Pause animieren kann. Die Strecke Richtung Holland ist flach und wird zunehmend grüner und “nordischer”, was die Landschaft angeht.

Die Kaiserpfalz Kaiserswerth ist eine imposante Ruine am Rhein, welche im 12. Jahrhundert von Kaiser Barbarossa erbaut wurde, der später beim Versuch, Palästina zu erobern, in einem türkischen Fluss ertrank. Die im antiken Stil konstruierte Anlage imponiert mit kleinen Gassen und Plätzen.

Der Kölner Dom ist ohne Zweifel Mittelpunkt und bedeutsamstes Wahrzeichen der Stadt Köln. Nach über 600 Jahren Bauzeit wurde das am Rhein gelegene Bauwerk im Jahr 1880 fertiggestellt. Das UNESCO-Weltkulturerbe bietet Platz für 4000 Menschen und zieht jährlich unzählige Touristen aus aller Herren Länder an.

Das Wasserschloss Dyck nennt einen großen englischen Landschaftsgarten sein Eigen, der in den altertümlichen, aber schmucken Schlosspark eingebettet ist. Desweiteren sind etliche Themengärten angelegt.

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Von Arnheim bis zur Nordseeküste

Windmühlen im holländischen Kinderdijk

Windmühlen im holländischen Kinderdijk

In den Niederlanden verändert sich der Rhein schlagartig. Denn aus dem einen breiten Strom werden plötzlich mehrere große Flüsse. Der Rhein spaltet sich sozusagen. Der Radfahrer erlebt den Rhein hier als ein Wirrwarr aus Flüssen, Kanälen und Auen. Der Reiz des Radfahrens geht dadurch nicht verloren. Die grasgrüne Landschaft lässt sich wunderbar durchfahren und wird immer ebener.

Der “Krumme Rhein” ist ein knapp 26 Kilometer langer Nebenfluss des Rheins und spielte im Mittelalter eine prägende Rolle für Transporte über Wasser. Der “Krumme Rhein” fließt heute träge vor sich hin, durch eine von Burgen und Feldern gesäumte Landschaft.

Die Windmühlen von Kinderdijk versetzen die Radtouristen zurück ins 15.Jahrhundert, als die Niederländer damit begannen, zahllose Windmühlen zu Wirtschaftszwecken zu errichten. In Kinderdijk steht gleich eine ganze Armada an Windmühlen, die früher der Entwässerung und Urbarmachung des Landes dienten.
Am Rande eines Rheinarmes gelegen ist die Radtour entlang der Windmühlen ein eindrucksvolles Erlebnis.

Die Gartenbauregion Betuwe liegt im Delta des Rheins; die Radwege, die hindurchführen, sind gesäumt von Birn- und Kirschbäumen, die im fruchtbaren Schwemmland des Deltas sehr üppig gedeihen.

Eine Reise per Rad entlang des Rheins ist ein einmaliges und unvergessliches Erlebnis. Egal ob Sie die gesamte Tour von 1230 Kilometern in Angriff nehmen wollen oder nur kleinere Etappen einlegen, lohnend ist es auf jeden Fall, sowohl sportlich als auch kulturell, kulinarisch und vor allem landschaftlich. Nehmen sie den Rheinradweg einfach mal in Angriff.

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Beste Reisezeit für die Fahrt auf dem Rheinradweg

Egal wie lange eine Fahrt auf dem Rheinradweg auch dauern soll, natürlich ist sie aus klimatischen Gründen nur vom Frühling bis zum Spätsommer empfehlenswert, also von April bis Anfang-Mitte Oktober. Auch in diesen Monaten kann das Wetter mal schlecht und regnerisch sein, aber wer sich die Wettervorhersage zu Herzen annimmt, findet in der “warmen Jahreszeit” sicherlich eher ein Zeitfenster als in den kalten dunklen Wintermonaten.

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